Der Unterricht an der Evangelischen Schule Pankow ist reformpädagogisch orientiert. Viele unserer Unterrichtsprinzipien lassen sich allerdings aus der christlichen Grundlegung der Schule herleiten.
Indem wir jeden einzelnen Schüler als ein Geschöpf und ein Ebenbild Gottes begreifen, ist er für uns ein einzigartiger und einmaliger Mensch. In unserem Schulkonzept heißt es denn auch: "Lernen ist ein individueller Vorgang. Jedes Kind lernt auf eigenen Wegen. Unsere Schule soll den Kindern beim Lernen mehr Verantwortung zugestehen. Unterricht, der von dieser Prämisse ausgeht, fördert und würdigt in erster Linie die Zugriffsweisen der Kinder auf den Lernstoff, respektiert unterschiedliche Vorstellungen und eigene Lösungswege, schätzt Fehler als Hinweise und nutzt sie produktiv. Er verzichtet dabei aber auch nicht auf gezieltes Belehren, nicht auf Regeln und nicht auf das Üben. Im Vordergrund steht jedoch das Bemühen der Lehrerinnen und Lehrer, den Kindern zu helfen, ihren persönlichen Lern- und Lebensweg zu finden." Unser Unterricht ist schülerorientiert und binnendifferenziert. Im Mittelpunkt stehen Unterrichtsmethoden, die die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Kinder sowie das unterschiedliche Lern- und Arbeitstempo berücksichtigen. Hierzu gehören Formen wie Tages- und Wochenplanarbeit, Freiarbeit, Projekttage und -wochen, die Arbeit an Lernstationen und Lernbuffets sowie mit Lernkarteien und Lernspielen. Die Kinder arbeiten hierbei möglichst individuell und selbstständig. Ergänzt werden diese Methoden durch geschlossene, oft stärker gelenkte Unterrichtsphasen im Klassenverband und bestimmte Formen des gemeinsamen Kommunizierens wie etwa Planungs- und Kreisgespräche oder Schreibkonferenzen. Die Erstellung von Produkten im Verlauf der unterrichtlichen Aktivitäten hat einen hohen Stellenwert; die Schüler gestalten u. a. Texte, Bilder und Modelle, Plakate, Bücher und Ausstellungen, aber auch musikalische und szenische Aufführungen. In Übungsphasen werden neben verschiedenen Formen des automatisierenden Übens auch operative und anwendungsorientierte Übungsformen berücksichtigt. Unsere Unterrichtsräume sind entsprechend diesem Verständnis von Unterricht in der Art einer Lernwerkstatt gestaltet. Hier finden sich u.a. Lernkarteien und Lernspiele zu den verschiedenen Lernbereichen und Unterrichtsfächern, Übungsmaterialien, Anregungen zum freien Schreiben, Arbeitsbögen und -aufträge, Bücher in der Leseecke, Lernprogramme im Computer, Schreibmaschinen oder Druckereien sowie Angebote und Materialien zum kreativen Gestalten. Wir streben in unserem Unterricht ein konkurrenzarmes und kooperatives Lernklima an. Partner- und Gruppenarbeit sind wesentliche Elemente des Unterrichts. In den ersten vier Schuljahren erfolgt die Leistungsrückmeldung über ausführliche Berichtszeugnisse und Gespräche mit den Eltern und den Schülern. Zensuren werden in der Regel erst ab Klasse 5 erteilt. Der Fachunterricht ab Klasse 5 kennt Phasen gebundenen Unterrichts im Klassenverband, der in vielfältiger Weise (Lektüre, Lehrervortrag, Gruppenarbeit, diverse Übungsformen etc.) der grundlegenden Vermittlung der Unterrichtsinhalte dient, und offene Lern- und Arbeitsphasen, in denen Freiarbeit oder Projektarbeit stattfindet und die sich durch ein hohes Maß an Selbstverantwortung und Selbstorganisation der Schüler mit Blick auf Zielsetzung, Durchführung und Auswertung der Vorhaben auszeichnen. In den SchweP-Stunden (Unterricht zur Schwerpunktbildung) haben die 5. und 6. Klassen zusätzliche Zeit für gemeinsame aktuelle Themen und besondere Projekte, phasenweise auch in klassenübergreifenden Gruppen. Unserem Unterricht liegen die Rahmenrichtlinien der Berliner Schule zugrunde (Stundentafel, Rahmenlehrpläne etc.). Der Unterricht erfolgt allerdings nach einem anderen Zeitschema. Wir haben keinen sturen 45-Minuten-Takt. In den unteren Klassen wird der Vormittag in Unterrichtsblöcke zu 90 Minuten geteilt. Diese werden von den Lehrkräften flexibel je nach Bedarf in kürzere Teilphasen untergliedert. Erst in den oberen Klassen macht die stärkere Fachorientierung des Unterrichts einen häufigeren Lehrerwechsel und damit einen stärkeren Rückgriff auf das 45-Minuten-Schema erforderlich. Weitere Besonderheiten unseres pädagogischen Profils sind der Unterricht in Frühenglisch und der frühe Umgang mit Computern als eine zentrale "Kulturtechnik" der Gegenwart. Der Fremdsprache und dem Üben und Arbeiten am Computer begegnen unsere Schüler bereits im 1. Schuljahr. Diverse Arbeitsgemeinschaften ergänzen den Unterricht unserer Schule am Nachmittag. Das Themenspektrum ist weit gefächert und reicht von künstlerisch-kreativen Aktivitäten über den Schulchor und sportliche Angebote bis hin zu einer Museums-AG und einer Natur-AG. Im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft erfolgte auch die Ausbildung von Schülerinnen und Schülern zu Konfliktlotsen, die regelmäßig während der Hofpausen zur Streitschlichtung im Einsatz sind. |